Der römische Legionär

Die römischen Legionäre wurden oft zu unrecht als waffenklirrende Maschinen dargestellt. Übertriebener Patriotismus und fehlgeleitete Chronisten gesellten sich nur all zu gern, zu der auch heute noch verbreiteten Darstellung des römischen Militärs.

In diesem Zusammenhang wurde der Legionär oft als Kampfmaschine symbolisiert und nicht als Mensch. Doch genau letzteres trug dazu bei, daß sich das römische Militär so erfolgreich entwickeln konnte, denn es waren menschliche Fehler und menschliches Versagen, daß notwendige Veränderungen innerhalb der Militärstrukturen begünstigte.
Bekanntlich widmet sich die Geschichtsschreibung verstärkt nur bedeutenden Taten oder Ereignissen. Dieser Umstand liegt einerseits an dem alleinigen Interesse von Zuhörern und andererseits an folgernden politischen oder territorialen Auswirkungen, die durch die uns bekannten größeren Ereignissen resultierten. Wir sollten uns jedoch daher der Alltäglichkeit und somit auch dem eigentlichen Leben des Legionärs nicht verschließen. Nöte, Entbehrungen, Trauer und Verzweiflung gehörten ebenso zum täglichen Leben eines Soldaten, wie auch die uns bekannten großen Schlachten und Eroberungsfeldzüge.

 

Armeen wurden während der Zeitperiode der Republik nur im Kriegsfall aufgestellt. Hierbei lag das Alter der Legionäre zwischen 17 und 60 Jahren. Nach der Einführung eines Berufheeres konnte jeder römische Bürger in die Legion eintreten. Das Eintrittsalter lag zwischen dem 16. und 20 . Lebensjahr. Nur in Ausnahmefällen wurden andere Jahrgänge zugelassen. Nur 3 von 5 (60 Prozent) erlebten das Ende Ihrer Dienstzeit (25 Jahre =  20 + 5 Jahre).

 

Der römische Straßenbau
Das römische Straßennetz bestand aus ca. 80.000 km ausgebauter Straßen. Hinzu kamen mindestens weitere 200.000 km unausgebaute Streckenabschnitte (Wege und Pfade). Die regulären Straßen besaßen einen soliden Unterbau mit unterschiedlichen Schichtungen und eine Abwasserregelung. An vielen bedeutenden Straßen wurden sogar Raststätten und erste Hotels erbaut.

 

Die Leistungen der Legionäre
Bedingt durch die "römische Disziplin" und einigen herausragenden Persönlichkeiten unter den Römern vollbrachten die Legionäre Leistungen, die uns bis Heute in Erstaunen und Ehrfurcht versetzen. Viele steinerne Zeugen säumen bis in die Gegenwart viele Straßen oder auch Gebäude und berichten von der großen Zeit des Imperiums. Sie erzählen uns viele Geschichten über Eroberungen, aber auch über die kulturellen Veränderungen, die durch römische Legionäre als Vorboten einer neuen Kultur auf ihrem Weg in die neue Welt eingebracht wurden. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnen die vielen militärischen Erfolge auch an kulturellem Wert. Die Römer glaubten an ihrer Mission und nur durch diesen einzigen Gedanken wurden ihnen diese Leistungen ermöglicht.

Beseelt von ihrem Glauben konnten die römischen Legionäre unter Gajus Julius Cäsar (100 - 44 v. Chr.) innerhalb von 28 Stunden eine Entfernung von 75 km gegen Vercingetorix bewältigen. Bei einem weiteren Gewaltmarsch von Corfinium nach Brundusium legten sie sogar innerhalb von 17 Tagen eine Strecke von 465 km zurück.

Auch in der Schlacht von Alesia war es ein Cäsar selbst, der mit seinen Legionären eine einzigartige Festung baute und nur mit 8 Legionen der gewaltigen Übermacht von Vercingetorix widerstand. Hierzu errichteten die Legionäre innerhalb von 4 Wochen einen Wall mit der Länge von 17 Km. Gleichzeitig wurde ein Graben ausgehoben, Palisaden errichtet und Türme aufgebaut. Als von Außen weitere Verbündete von Vercingetorix heranrückten, wurde ein weiterer Wall von 21 Km Länge aufgebaut. Auch hier wurden alle Abwehrmaßnahmen (Türme Pallisaden etc.) errichtet und gleichzeitig mit Grubenfallen, Fußangeln und ähnlichem angereichert. Diese "Doppelfestung" hielt den ca. 80.000 Belagerten in Alesia stand, wie auch den ca. 250.000 Angreifern von Außen. Nach kurzer Zeit verließen die siegreichen Legionäre unter Cäsar das Schlachtfeld.

 

Die Prätorianer
Für jeden Legionär war es das höchste Ziel den sogenannten Prätorianern angehörig zu werden. Die Prätorianer (benannt nach Praetorum/Teil des Militärlagers, welcher nur vom Feldherr betreten werden durfte), bildeten die Leibwache des Kaisers und rekrutierten sich aus den besten Legionären des Imperiums. Die Kleidung entsprach oftmals dem Geschmack des Kaisers, so das sich diesbezüglich eine genaue Aussage nicht präzisieren lässt. Es gilt jedoch als erwiesen, dass die Prätorianer oftmals anders und auch prunkvoll gekleidet waren (z.B. in der Farbe Schwarz). Als die Germanen verstärkt als Leibwache favorisiert wurden verschwand zusehends eine Eindeutigkeit in der Kleidung.

In der Regel umfasste die Truppenstärke der Prätorianer ca. 500 Mann (1 Kohorte) und befand sich als alleiniger Truppenverband innerhalb von den Mauern von Rom, da der Aufenthalt von regulären Truppen in Rom unter "Todesstrafe" verboten war. Im römischen Dienst standen zwischen 13 -14 Prätorianer bzw. Stadtkohorten. Ferner genossen die Prätorianer das höchste Ansehen unter den Bürgern und erhielten im Vergleich zu den Legionären ein weit höheren Lohn und sonstige Vergünstigungen. Die Prätorianergarde wurde unter Scipio Africanus d. Jüngere (2. Jahrhundert. v. Chr.) gegründet.

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